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Rettung für ein bedrohtes Insektenparadies

Naturschutzprojekt des Landkreises Harburg bei Wulfsen sichert Bienen und Schmetterlingen die Zukunft / Arbeiten beginnen Mitte Dezember
29.10.2020 / Admin / Qelle: Landkreis Harburg
Naturschutzprojekt Langenberg
Naturschutzprojekt Langenberg

Die sonnenverwöhnten Magerrasenflächen und die bunten Blütenmeere auf dem Langenberg bei Wulfsen sind nicht nur eine Augenweide, sondern ein wichtiges Refugium für Schmetterlinge, Bienen, Vögel und Reptilien. Hier fühlen sie sich wohl – und finden einen wichtigen Lebensraum. Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat die Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg ein neues Naturschutzprojekt initiiert. Es soll das bedrohte Insektenparadies retten.
Bereits Mitte Dezember sollen die Pflegearbeiten starten. Was genau gemacht wird, hat die Naturschutzbehörde jetzt bei einer gemeinsamen Geländebegehung mit Bürgermeister Gerd Müller und anderen Interessierten erläutert – ein gelungener Start zum Schutz unserer heimischen Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge.
Der Langenberg bei Wulfsen blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Auf der markanten Anhöhe zwischen Wulfsen und Pattensen legten die Menschen schon in der Bronzezeit Grabhügel an. Sechs dieser auffälligen Erhebungen sind heute noch sichtbar. Doch fast wäre die Fläche vor gut 50 Jahren in dieser Form aber verloren gewesen: Nach jahrhundertelanger Nutzung als Heide und Ackerland sollte hier in den 1960er-Jahren eine Ferienhaussiedlung entstehen. Die Flächen wurden sogar schon kleinteilig parzelliert und an dutzende Privatpersonen verkauft, die hier ihren Traum vom eigenen Wochenendhaus verwirklichen wollten. Der Langenberg hätte damit für immer sein Erscheinungsbild verloren. Diese Planung scheiterte jedoch.
Zurückblickend waren dann wohl gerade die komplexen Eigentumsverhältnisse die Rettung des Langenberges. Großflächig intensive Landwirtschaft war nicht mehr möglich, und viele Eigentümer verloren mit den Jahren ihr Interesse an den Flächen. Die Natur eroberte sich die Anhöhe zurück. Auf den sehr nährstoffarmen Sandböden entwickelte sich ausgedehnter Magerrasen. Diese sonnenverwöhnten bunten Blütenmeere waren innerhalb kürzester Zeit ein Paradies für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und zahllose andere Insektenarten, aber auch für Vögel und Reptilien.
Da die Natur nur selten eine Pause einlegt, begannen Büsche und Bäume, die Magerrasenflächen zu überwuchern. Licht und Luft für Blüten und Insekten nahmen in den letzten Jahren rapide ab. Kurz bevor die letzten Blütenflächen im dichten Gebüsch verschwanden, hat die Untere Naturschutzbehörde den Langenberg zu einem neuen Projektgebiet für den Insektenschutz erklärt. Mit einer Förderung des Landes Niedersachsen werden nun die Magerrasenflächen entkusselt. Das bedeutet aber keinen kompletten Kahlschlag, denn gleichzeitig werden viele der markanten Bäume und Gebüsche erhalten. Damit es schon im Frühjahr wieder blüht, starten Mitte November die Forstarbeiten, um Lichtungen zu schaffen, damit sich der Magerrasen entwickeln kann. Dann entstehen sicher hier und da ungewohnte Ein- und Ausblicke in die Landschaft. Und als tierische Landschaftspflege ist ab 2021 eine Heidschnuckenherde auf dem Langenberg zu bestaunen, die die nachwachsenden Bäume und Büsche dauerhaft in Schach hält. Besonders freut sich die Naturschutzbehörde über die vielen positiven Rückmeldungen von Grundeigentümern auf dem Langenberg, die den Natur- und Insektenschutz damit ganz persönlich und heimatnah unterstützen wollen
Ganz wichtig: Der Langeberg bleibt als beliebter Naherholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger vor allem aus Wulfsen und Pattensen erhalten. Die Wanderwege bleiben offen, es werden einige neue Bänke aufgestellt, damit jeder in Ruhe die Stille und Schönheit des Langenberges genießen kann.
Alle Bürger, die sich für das Projekt interessieren können bei der Gemeinde Wulfsen ihre E-Mail-Adresse hinterlegen. Sie werden dann von der Naturschutzbehörde über die Fortschritte des Projektes informiert.

Vorstellung der Maßnahmen durch die UNB
Vorstellung der Maßnahmen durch die UNB

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